Gemeindepädagogik

Im Auftrag und Begleitung des Arbeitskreises erschien 2012 das Studienbuch „Gemeindepädagogik“ (hg. von Peter Bubmann, Götz Doyé, Hildrun Keßler, Dirk Oesselmann, Nicole Piroth, Martin Steinhäuser, Berlin/Boston)

Die ausführliche Einleitung (S. 1–29) kann helfen, die aktuellen Fragestellungen der Gemeindepädagogik auf dem Hintergrund der geschichtlichen Entwicklungen zu reflektieren, gerade angesichts der Einsicht, dass sich „das gemeindepädagogische Handeln der Kirche als ausgesprochen vielfältig und wandelbar“ darstellt (S. 1).

Die Entstehungsgeschichte der Gemeindepädagogik als Fachwissenschaft ab den 1970er Jahren hat wesentliche wissenschaftstheoretische und enzyklopädische Grundfragen aufgeworfen, die bis heute in dieser Disziplin strittig sind, so z. B. die Zuordnung zur Religionspädagogik.

Exemplarisch lässt sich das an vier Spannungsfeldern (Vgl. a. a. O., S. 6–11) ablesen:

  • Das Theorie-Praxis-Verhältnis
  • Die fachwissenschaftliche Zuordnung
  • Handlungsfeldorientierung oder/und dimensionale Sicht
  • Vermittlung oder/und Verständigung

Für das Selbstverständnis der Gemeindepädagogik ist bedeutsam, dass sich in ihr von Anfang an mit der Entwicklung berufstheoretische und kirchenreformerische Ansätze verbanden. Sie wird daher häufig als „Praxistheorie“ oder als „Handlungswissenschaft“ bezeichnet.

Daraus erklärt sich auch, dass die evangelische Gemeindepädagogik in den wenigen Jahrzehnten ihres Bestehens eine Fülle von Konzeptionen hervorgebracht hat. In ihnen spiegeln sich sowohl regionale Unterschiede als auch verschiedene theologische wie pädagogische Prägungen. Die unterschiedlichen Zielsetzungen zwischen Gemeindeorientierung und kirchlichem Bildungshandeln in aller Vielschichtigkeit haben zu einer zeitgemäßen Weite und Offenheit der Disziplin geführt und dazu beigetragen, dass sich die Gemeindepädagogik sowohl im wissenschaftlichen Diskurs als auch in der beruflichen Wirklichkeit in Kirche und Gesellschaft fest etabliert hat.